Samstag, 3. Dezember 2016

Standpunkt 1038: Nachrichten-Ticker, 26. & 27.11.2016


Im November 2016 sind wir wieder zu unserer alten Gewohnheit zurückgekehrt: Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen; von uns mehr oder weniger kommentiert und ergänzt. Ideal für alle, die sich schnell und umfassend informieren wollen. Weit weg von den propagandaverseuchten Medien und als Unterstützung einer eigenen Meinung.

Leider müssen wir dafür häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen; die deutschsprachigen Medien schenken wichtigen Themen zu wenig Beachtung. Wir bitten dafür um Verständnis, dass von uns eine Übersetzung dieser Texte nicht bereitgestellt werden kann. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit. 

Im Zuge der Wiederbelebung unseres Blogs werden wir zu den wichtigsten Themen der vergangenen Monate Stellung nehmen. Gewohnt ausführlich und mit zahlreichen Fakten unterlegt.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.


Unsere Themen heute: Gold: Arme Italiener - Wahlkampf in Frankreich - Krise in Europa: Griechenland - US-Wirtschaft: Black FridayUS-Wahl: Nachspiel - Donald Trump der neue Putin? - Angela "rette die Welt" Merkel

Quelle: theweek.com



Gold: Arme Italiener
Die Goldverkäufer haben Hochkonjunktur. Lemmingen gleich gehen Tag für Tag Heerscharen von Menschen ihren Verlockungen und Versprechungen auf den Leim. Sie kaufen das gelbe Metall als ultimativen Sicherungsanker gegen alle möglichen politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Risiken. Diese Sicherheit trügt. Wir können an dieser Stelle nur immer wieder darauf hinweisen: Gold ist zur Krisenabsicherung nicht (mehr) geeignet. Die finanzreformunfähigen Regierungen werden ihre Staatsbürger am Ende der Krise einteignen. Das funktioniert aber flächendeckend nur, wenn der Zugriff auf die Ersparnisse, bzw. Vermögen, umfassend, d. h. zu 100%, möglich ist. Die Regierungen werden ein Komplettpaket schnüren, um den gläsernen "Staatsbürgen" zu erschaffen. Am Ende dieser Finanzkrise sind alle Staaten überschuldet - ohne jede Ausnahme! Und dann geht es ans Eingemachte.

Natürlich verstehen wir die Panik der Italiener vor der Entscheidung am kommenden Sonntag. Nur taugt Gold nicht zur Abwehr der Folgen. An dieser Stelle müssen die Italiener, so wie alle anderen auch, sehr viel phantasievoller zu Werke gehen. Die Entwicklung in Italien ist Teil eines sehr viel größeren Ganzen. Weshalb es auch keine Rolle spielt, wie das Verfassungsreferendum am Sonntag ausgeht. Die politischen Entscheidungen für Italien werden schon längst nicht mehr in Rom getroffen. Daran wird auch eine mögliche Neuwahl und der erhoffte Erfolg von MoVimento 5 Stelle unter dem Kabarettisten Beppo Grillo nichts ändern. Grillo ist entweder ein Träumer, oder ein Scharlatan. Wir neigen zu Letzterem. Der Mann muss wissen, dass der von ihm angekündigte Euro-Austritt praktisch nicht möglich ist. Italien wird sich die finanziellen Verpflichtungen, die aus einem einseitig erklärten Austritt entstehen, nie leisten können. Andererseits wird er es nicht schaffen, die Auflösung der gesamten Eurozone zu erreichen, selbst wenn Marine Le Pen bei den französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden April oder Mai (Stichwahl) gewinnt und sie ebenfalls den Austritt aus der Gemeinschaftswährung betreibt. Der Wahlsieg von Le Pen ist für uns aus heutiger Sicht aber eher unwahrscheinlich. 

Italiener räumen ihre Konten und kaufen Gold in der Schweiz
(wiwo.de) Wegen der Ungewissheit über den Ausgang des italienischen Verfassungsreferendums und den Verbleib Italiens in der Eurozone kaufen Italiener Gold und bunkern es in der Schweiz. Mehr...


Die Einzelheiten, warum das nicht klappen wird, gibt es hier, oder, in einer Zusammenfassung, zuletzt hier ("Donald Trump und der Goldstandard"). Teil 2 zum Goldverbot ist bei uns noch in Arbeit.


Wahlkampf in Frankreich
Die Franzosen rüsten sich für den Kampf gegen Marine Le Pen. Der erste Schritt ist getan, der reaktionäre Politiker François Fillon, Ex-Premier unter Staatspräsident Nicolas Sarkozy, hat die Vorwahlen gewonnen und zieht für die Konservativen in den Wahlkampf. Er gilt als das kleinere Übel. Warten wir es ab. Uns erinnert diese Haltung ein wenig an die Paarung Clinton vs. Trump. Die Entscheidung in Frankreich wird nicht ohne Wirkung auf die spätere Bundestagswahl in Deutschland bleiben. Deshalb werden wir den französischen Wahlkampf un die Entscheidung aus nächster Nähe beobachten.

Populisten lassen sich stoppen
(deutschlandfunk.de) In Frankreich hätten sich bei der Präsidentschaftsvorwahl der Konservativen zwei Dinge beobachten lassen, meint Ursula Welter: Wie lebendig die Demokratie im Herzen Europas doch sei. Und dass sich Populisten stoppen lassen. Mehr...

Ein erstaunliches Fazit, das Frau Welter in diesem Beitrag zieht. Offensichtlich sitzt das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl den heimischen Medienvertretern noch arg in den Knochen. Da gilt es, vergleichbare Entwicklungen in Europa "schönzufärben". Am besten von erfahrenen Kräften.

Die Demokratie liegt auch "im Herzen Europas" schon lange auf der Intensivstation. Und daran werden auch Vorwahlen nichts ändern. Die Entscheidung für Fillon war aus Sicht der Franzosen eine Notwendigkeit (siehe oben), daher auch die - erwartet - hohe Wahlbeteiligung. Populismus gehört zur Grundausstattung westlicher Politiker, egal in welche politische Richtung sie laufen. Es geht deshalb bei jeder Wahl auch darum, den ungefährlicheren Populisten an die Macht zu lassen. Also versuchen die Franzosen gerade, Populismus mit Populismus zu bekämpfen. Darin haben sie bereits reichlich Erfahrung. 


Krise in Europa: Griechenland
Seit dem sich Alexis Tsipras auf Druck von Berlin, Frankfurt und Brüssel zum Volksverräter gewandelt hat, also seit mehr als einem Jahr, sammeln wir akribisch alle Beiträge über die Entwicklung im europäischen Feldversuchslabor, Griechenland. In absehbarer Zeit werden wir alles zusammen zu einem Dossier verarbeiten und an dieser Stelle veröffentlichen. Wir haben uns in den vergangenen Jahren schon häufig mit der griechischen Schuldenknechtschaft und ihren Folgen beschäftigt. Zuletzt sehr ausführlich in der Standpunkt-Ausgabe 1013, vom 11.07.2015 (hier). Im Grunde gibt es (noch) nichts Neues. IWF und EU führen einen öffentlichen Schaukampf über die Notwendigkeit einer Schuldenreduktion für Griechenland. Die ist unstrittig und längst überfällig, über das Wann und Wie bestimmt jedoch Berlin, sonst niemand. IWF und Brüssel tun so, als dürfen sie dabei mitreden.  

Euroretter: "Schuldenreduktion für Griechenland ist ausgeschlossen"
(derstandard.at) Klaus Regling, Chef des Rettungsfonds ESM, hält Sanierungen in Spanien und Irland für eine "Erfolgsgeschichte" - derstandard.at/2000048232109/Euroretter-Schuldenreduktion-fuer-Griechenland-ist-ausgeschlossenKlaus Regling, Chef des Rettungsfonds ESM, hält Sanierungen in Spanien und Irland für eine "Erfolgsgeschichte" - derstandard.at/2000048232109/Euroretter-Schuldenreduktion-fuer-Griechenland-ist-ausgeschlossen Klaus Regling, Chef des Rettungsfonds ESM, hält Sanierungen in Spanien und Irland für eine "Erfolgsgeschichte". Mehr...

Was Regling als Chef des ESM in diesem Interview zum Besten gibt, ist Volksverblödung in Vollendung. Die Öffentlichkeit wird belogen und betrogen, dass sich die Balken biegen. Dazu einige Anmerkungen: 

Der Zustand der spanischen Banken ist nach wie vor höchst bedrohlich. Ende Mai schlagzeilt WOLFSTREET in den USA: "The Banking Crisis in Spain is Back". Die Einleitung: "After three years of relative calm and one month before yet another round of do-or-die general elections, the words 'banking' and 'crisis' are back on the front pages of Spain’s newspapers. Despite the untold billions of euros of public funds lavished on 'cleaning up' their balance sheets and the roughly €240 billion of provisions booked against bad debt since December 2007, the banks are just as weak and disaster-prone as they were four years ago." Mehr hier. Spaniens Banken hocken auf faulen Hypothekenkrediten, die nach unserer Schätzung bei über 300 Milliarden Euro liegen und irgendwann zur Wertberichtigung anstehen. Das wird ein harter Job für den ESM. Zwei Monate später meldet WOLFSTREET "Spain’s Banks are Suddenly 'Too Broke To Fine'". Der Vorspann: "After eight years of chronic crisis mismanagement, moral hazard and perverse incentives have infected just about every part of the financial system. Earlier this week, the U.S. Congress published the findings of a three-year investigation into why the Department of Justice chose not to punish HSBC and its executives for their violations of US anti-money laundering laws and related offenses – because doing so would have had 'serious adverse consequences' for the financial system – the 'Too Big To Jail' phenomenon, a perfect, all-purpose, real-world Get-Out-of-Jail-Free card. But now there’s 'Too Broke to Fine'. Today over a dozen Spanish banks were given a life-line by the EU’s advocate general, Paolo Mengozzi, that could be worth billions of euros in savings for the banks. For millions of Spanish mortgage holders, it could mean billions of euros in lost compensation." Mehr hier

Den nach unserer Ansicht wahren Zustand Spaniens beschreibt treffend ein Beitrag, der Anfang September bei HINTERGRUND erschienen ist: "Das neue Spanien: Suppenküchen in den Sommerferien". Das Vorwort: "Die langen Schulsommerferien sind für viele Arbeitslose ein Albtraum. Ihre Kinder erhalten während dieser Zeit kein Schulessen". Zum Ende hin wird das spanische Erfolgsmodell beschrieben: "Die spanische Regierung betont immer wieder, die Wirtschaft in Spanien würde sich erholen. Auch deutsche Medien präsentieren die offiziellen Zahlen als Zeichen der Erholung. Die neuen Jobs sind aber vor allem befristete Arbeitsverhältnisse, wie die dieser Familie, die nicht beim Namen genannt werden will. Oft sind diese Verträge nur auf einige Tage oder Wochen befristet, dann heißt es: wieder nichts. Und alle Studien zeigen, dass man heute weniger Geld für die Arbeit in Spanien bekommt, weil die Konkurrenz unter den Arbeitern größer ist als früher." Mehr hier

Kommen wir zu Irland. Für diese "Erfolgsgeschichte" müssen wir ein Stück tiefer in unser Archiv steigen. Am 23.12.2013 erklärt Jens Berger auf den NACHDENKSEITEN "Das irische Erfolgsmärchen". Seine Einleitung: "Die Eurokrise hat ihre erste Erfolgsmeldung: Irland verlässt in diesem Monat den Rettungsschirm der Troika. Die Süddeutsche Zeitung bemerkte dazu in dieser Woche knapp 'Sparen lohnt sich' und ist mit dieser Interpretation nicht alleine. Hat die Schwäbische Hausfrau doch Recht und müssen nun die Lehrbücher der Volkswirtschaftslehre neu geschrieben werden? Nein. Schaut man einmal hinter die Kulissen, entdeckt man jedoch sehr schnell, dass Irland alles andere als ein Erfolgsmodell ist und schon gar nicht als Beweis dafür taugt, dass man sich aus einer schweren Wirtschaftskrise heraussparen kann. Irland verlässt nicht wegen, sondern trotz des 'Sparens' den Rettungsschirm." Mehr hier. Im Dezember 2013 macht für kurze Zeit auch eine ATTAC-Studie die Runde, die von den heimischen Führungsmedien unterdrückt worden ist. HEISE/TELEPOLIS schlagzeilt dazu "166 Milliarden Euro allein für irische Bankenrettung". Der Tenor: "Banken und ihre Gläubiger können sich freuen, denn das Geld für die 'Irland-Rettung' floss in ihre Taschen". Das Fazit am Schluss: "Die Bankenrettung hat also dazu geführt, dass sich die irische Verschuldung in wenigen Jahren verfünffacht hat. Sie hat aber nicht dazu geführt, dass die irische Wirtschaft mit Krediten versorgt wird. Die Hälfte der Klein- und Mittelbetriebe, die sich im letzten Quartal um einen Kredit bemühten, seien von den Banken abgewiesen worden. Die Kürzungspolitik habe aber gravierende Spuren in der Wirtschaft hinterlassen. Heute sei das BIP 12,6 Prozent niedriger als vor der Krise und die Arbeitslosigkeit weiter hoch. Das Fazit ist, dass die 'Irland-Rettung in Wahrheit eine Reichen-Rettung' sei." Mehr hier. Eine Verschuldung, die das Land nie erwirtschaften kann. 

Die Chefin aller politischen Märchenerzähler in Europa gibt wenige Monate später ihre Sicht der Dinge zum Besten: "Angela Merkel: Irlands Weg aus Finanzkrise ist 'große Erfolgsgeschichte'", schlagzeilt am 07.03.2014 das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT. Hinterlistig greift sie dafür kräftig in die verbale Trickkiste: "Der Erfolg sei 'vor allem auch den Menschen in Irland zu verdanken', so Angela Merkel und unterstreicht, dass die geplante Bankenüberwachung und der Abwicklungsmechanismus kommen werden", heißt es im Vorspann. Das WIRTSCHAFTSBLATT hat mittlerweile leider seine Tätigkeit eingestellt und der originale Beitrag ist Online nicht mehr verfügbar. Eine Kopie haben wir für unseren LeserInnen hier bereitgestellt. 

Im Oktober 2014 erscheint bei den DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN ein bemerkenswerter Beitrag: "EU und EZB haben Irland zu Banken-Rettung auf Kosten der Steuerzahler gezwungen". Der Vorspann: "Die Troika unter Federführung der EZB drohte Irland 2010 in einer Telefonkonferenz mit dem Staatsbankrott, sollte der Staat Überlegungen in die Tat umsetzen, Haltern von irischen Staatsanleihen mit einem Abschlag oder gar 'Haircut' zu versehen. Einzelheiten wurden nun vom Präsidenten der irischen Zentralbank enthüllt." Mehr hier

Die wirtschaftliche Entwicklung der "grünen Insel" ist lediglich für die Statistiker des Landes eine "Erfolgsgeschichte". Wir haben dazu drei Beiträge aus der jüngeren Vergangenheit ausgegraben:

"Ireland: a Recovery Built on Sand" heißt es am 07.04.2016 bei COUNTERPUNCH. Aus der Einleitung: "Well, the latest national growth stats are in and, despite all appearances, the poster boy for  European austerity is hands down the fastest growing economy in the Eurozone. With GDP supposedly running at 7.8%, we’re even outpacing the global titans of India and China. The US media outlet CNN claimed that once again 'Ireland is booming'. Yes, there it was: the dreaded b-word. It’s not that an uptick in economic activity is unwelcome thing; it’s more that in an Irish context, owing largely to the weak nature of indigenous Irish capitalism, the word 'boom' is usually synonymous with bubble, and it seems another bubble could be building, but more on that later. For now, let’s focus on where this seemingly robust growth is coming from. It’s true there has been a slight uptick in genuine economic activity place here with growth in things like personal consumption and construction, but this certainly cannot account for our current level of GDP, which suggests the place is absolutely abuzz with economic activity. How can this be? Well the reason is that Ireland’s is a recovery built on sand – and some highly suspect statistics." Mehr hier. Der Beitrag lehrt eine ganze Menge über die gestalterische Kraft von Zahlen.

Drei Monate später reibt sich sogar die F.A.Z. erstaunt die Augen - und liefert die Erklärung gleich mit: "26 Prozent Wachstum: Steuersparmodelle blähen irische Wirtschaft auf". Der Vorspann: "Während der Fußball-EM hatte Irland das Nachsehen gegen Gastgeber Frankreich - wenn es um Wirtschaftswachstum geht, war das Inselland letztes Jahr hingegen klarer Europameister. Dass die irische Wirtschaft vergangenes Jahr kräftig gewachsen ist, war bekannt. Aber mit einer so spektakulären Zahl hat niemand gerechnet: Um 26,3 Prozent sei die Wirtschaftsleistung in der kleinen Inselrepublik im Jahr 2015 nach oben geschossen, teilte das irische Statistikamt an diesem Dienstag mit und bezeichnete die Wachstumsziffer als 'dramatisch'." Mehr hier

Das MANAGER MAGAZIN entdeckt zur gleichen Zeit erleichtert: "Irland rechnet sich reich: Das irische Märchen von 26 Prozent Wachstum". In der Einleitung dazu heißt es: "China schafft gerade mal noch 6,9 Prozent. Deutschland wähnt sich schon mit 1,5 Prozent im Glück. Und Griechenland schafft es seit Jahren nicht über die Nulllinie. Richtig überzeugende Wachstumsraten kann keine Volkswirtschaft der Welt mehr vorzeigen. Den Bestwert für 2015 zeigte bisher Äthiopien mit 10,2 Prozent, zugegebenermaßen von niedrigem Ausgangsniveau. Doch jetzt kommt Irland, noch vor gar nicht so langer Zeit mit Griechenland in einem Atemzug genannt, mit einer fulminanten Erfolgsmeldung: Auf sagenhafte 26,3 Prozent haben die Statistiker von der Insel die reale Wachstumsrate ihres Bruttoinlandsprodukts für das vergangene Jahr hochgestuft, dank 'vollständigerer und aktuellerer Daten' gegenüber der ersten Schätzung von 7,8 Prozent. Jeder Ire hat demnach 53.743 Euro erwirtschaftet, während die Deutschen gerade mal auf einen Pro-Kopf-Wert von 37.099 Euro kommen. Doch mit Jubel hat das Amt in Dublin wohl selbst nicht gerechnet. Die Zahlen wirken nicht nur unglaublich, ihnen glaubt auch niemand." Mehr hier.

Alle Beiträge machen eines deutlich: Klaus Regling ist ein Trickser und Täuscher; ein Politikertyp, auf den leider immer noch viel zu viele Leute hereinfallen.


US-Wirtschaft: Black Friday
Ein zuverlässiger Indikator für die Stimmung im Land. Am Black Friday werden in den USA traditionell die ersten Großeinkäufe für Weihnachten getätigt. Seit Jahren schon ein wichtiges Betätigungsfeld für die kreativsten Kräfte unter den Statistikern. Anfängliche Erfolgsmeldungen werden regelmäßig einige Monate später stark korrigiert, was dann niemand mehr zur Kenntnis nimmt. 

Für die Hurra-Meldungen aus den USA sind die Referenzmedien zuständig, wir möchten uns lieber an die Fakten halten und hierfür unseren LeserInnen geeignete Beiträge anbieten. 

Black-Friday Woes: The Death of the Department Store
(wolfstreet.com) They no longer shop till they drop.
Black Friday is when you’re supposed to shop till you drop. It kicks off the holiday selling season. No season is more sacred for retailers. They’re expected to do about 40% of their annual sales in those few weeks till Christmas.
The National Retail Federation is bubbling over with enthusiasm, expecting holiday sales to grow 3.6% this year to $656 billion. Since Trump has won the election, consumer optimism about the economy has surged, and this is expected to be one hot holiday selling season.
But not today, not at brick-and-mortar retailers, according to Reuters: "Initial reports show it’s steady and not very busy at stores around the country", explained Craig Johnson, president at Customer Growth Partners. The retail consultancy deployed 18 people to observe customer traffic across the country.
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Die beiden folgende Charts aus dem Beitrag veranschaulichen leicht verständlich die Entwicklung: 



Da müssen wir nichts mehr kommentieren. 


US-Wahl: Nachspiel 
Die Entscheidung über den Sieger der US-Wahl ist in die Verlängerung gegangen. Wir haben bereits darüber berichtet, die Kandidatin der Grünen, Jill Stein, kümmert sich nach Kräften um eine Neuauszählung der Stimmen in den Bundesstaaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania. Nach bisherigen offiziellen Angaben beträgt ihr landesweiter Stimmenanteil 1,04%. Nach anfänglichem Zögern ist Hillary Clinton dieser Kampagne beigetreten. Donald Trump wehrt sich in seiner gewohnt "sachlichen" Art gegen diese Neuauszählung. Barack Obama stellt sich hinter die bisherigen Ergebnisse. 

Quelle: theweek.com


Bisher haben wir die Gerüchte und Mutmaßungen in den USA zu den Hintergründen dieser Aktion nicht weiter beachtet. Heute machen wir eine Ausnahme: Bei dieser Gemengelage halten wir es nicht für abwegig, was gerüchteweise in den USA kursiert: Clinton-Unterstützer George Soros hat die Sache angeschoben und gemeinsam mit der Clinton Foundation auch große Teile der Finanzierung übernommen. Das Crowdfunding sei nur Tarnung gewesen.  

Clinton unterstützt Neuauszählung in Wisconsin
(zeit.de) Hat Hillary Clinton doch noch eine Chance? Sie schließt sich der Petition von Jill Stein an, die die Ergebnisse in Wisconsin überprüfen lassen will. Mehr...

Neuauszählung bei US-Wahl: Trump gegen Clinton - die Verlängerung
(spiegel.de) Die grüne Kandidatin hat Einspruch gegen das Wahlergebnis in einem der entscheidenden Staaten eingelegt - aus Sorge vor Hackern und unterstützt von sehr vielen Spendern. Welche Aussichten hat die Last-Minute-Ak tion? Mehr...

Der Beitrag gibt erfreulich sachlich eine Übersicht zu den Anfängen und der Entwicklung der Neuauszählung
 
Trump zetert, Clinton zögert: Wie realistisch ist die Wahl-Revolution wirklich?
(focus.de) Donald Trump bildet bereits seine Regierung. Doch gleichzeitig gibt die Neuauszählung von Wahlstimmen in bis zu drei Bundesstaaten Clinton-Unterstützern Hoffnung. Während Trump gegen den Vorstoß zetert, hüllt sich Clinton in Schweigen. Doch wie realistisch ist es wirklich, dass die Demokratin doch noch ins Weiße Haus einzieht? Mehr...

Der FOCUS hängt da schon der Entwicklung hinterher. 

Obama zweifelt nicht an Wahlausgang
(heise.de/telepolis) Die bis zur Amtsübergabe am 21. Januar amtierende Administration des demokratische Präsident Barack Obama glaubt einer in der New York Times zitierten Mitteilung zufolge, dass das Wahlergebnis “den Willen des amerikanischen Volkes wiedergibt“ und dass die Wahl auch “bezüglich der Cybersicherheit” “frei”, “fair” und “nicht manipuliert” war, obwohl Russland versucht habe, durch Hacker-Angriffe auf andere Institutionen deren Glaubwürdigkeit zu untergraben. Mehr...

Für die Hacker-Angriffe aus Russland fehlen die Beweise.

Even Obama Slams Stein's Recounts: The Results "Accurately Reflect The Will Of The American People"
(zerohedge.com) Jill Stein's credibility seems to be sinking fast as both the Obama administration and the Clinton campaign have released statements this morning indicating they've failed to uncover a single shred of election hacking evidence. The Obama administration confirmed their confidence in the election results via comments made to the New York Times saying that the election was "free and fair from a cyber security per spective" and that votes "accurately reflect the will of the American people." Read more... 

Jill Stein Advocate Slams Recount Decision: "Shameful Support For War Goddess Hillary"
(zerohedge.com) Shameful! What’s going on? Why did her campaign announce its "intent to file for a recount of votes in the battleground states of Wisconsin, Michigan and Pennsylvania, leading a multi-partisan effort to check the accuracy of the machine-counted vote tallies in these states in order to ensure the integrity of our election?"
Did she forget Hillary criticizing Trump’s possible refusal to accept electoral results when asked, calling it "a direct threat to our democracy?"
Does she support what war goddess, racketeer, perjurer Hillary stands for? Does she oppose Trump wanting normalized relations with Russia - crucial to prevent the threat of possible nuclear war with Hillary empowered as US military commander-in-chief.
I supported Stein, believed in her, wrote glowing articles about her campaign, her advocacy for world peace, equity and justice. Was I wrong? Did I  misjudge her? Is she against what she claims t o stand for?
Many times in articles I called Hillary the most ruthlessly dangerous presidential aspirant in US history. Does Stein support her? Want the election reversed in her favor? Why else would she want recounts in Michigan, Pennsylvania and Wisconsin? Outrageous!
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Quelle: theweek.com



Losers Who Won't Lose: What Are The Odds Of A Successful Hillary Recount?
(zerohedge.com) President-elect Trump won 306 electoral votes versus Hillary Clinton's 232 (24% less electoral votes). Similar to 2000, the surrendering party then reversed course and put the nation through a recount, just for the sake of it. What are the odds that such an exercise here would yield successful for Ms. Clinton? Based on statistical randomness of re-assessing voter intent, the chance of Hillary emerging as the victor is far less than 10%.
Anything can happen, but these lean odds do not rise to the level of putting our peaceful democracy into the hands of a temptuous recount scheme every time a stung party loses (let alone misleadingly blame it on something else from Russia's Putin, to sexism, to "in hindsight the popular vote would be reasonable", to FBI Director Comey). All Americans should in stead focus on how the 6 states that flipped this election, were all economically ignored and all flipped to Donald Trump.
The only viable path for a Hillary Clinton victory at this stage is to astoundingly uncover a wide-spread (across three states) fraud. And that's equally unlikely, since the basis for the voting aberrations occurred in less populated counties and anyway the three states employ three different voting mechanisms, so the fraud would have had to somehow occur through different transmission vehicles (paper voting, and electronic voting) and we would require a speedy judicial resolution for states such as Pennsylvania that sidestepped back-up recordings from their direct voting equipment.
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Donald Trump der neue Putin?  
Zugegeben, auf den ersten Blick eine provokante Frage. Wer jedoch die Beiträge der journalistischen Lichgestalten in den deutschsprachigen Medien verfolgt der kann nur den Eindruck gewinnen, dass der neu gewählte US-Präsident seinen Kollegen aus Russland beerbt. Wüste Beschimpfungen bleiben die Ausnahme, sonst ist jedoch so gut wie alles erlaubt. So lange die Nachzählungen in den "swing states" auch keine Unregelmäßigkeiten ergeben ist Donald Trump der nach westlichen Maßstäben demokratisch gewählte 45. US-Präsident. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Hillary Clinton mehr Wählerstimmen auf sich vereint, das US-Wahlrecht nimmt darauf keine Rücksicht. Da ist es schon erstaunlich, wie wenig Wert diese Tatsache in den Kommentaren und Berichten der heimischen Qualitätsmedien bis heute hat. Überraschend auch, dass anderswo, beispielsweise in Frankreich, es solche agressiven Beiträge nicht gibt, bzw. gegeben hat. 

Quelle: zerohedge.com

Das ist ein deutlicher Vorsprung und sollte Anlass genug sein, aus der Schnappatmung wieder in den Normalmodus zu wechseln. Statt dessen pflegen unsere Qualitätsjournalisten weiter fleißig ihre Abscheu gegen Donald Trump. Den wird das kaum beeindrucken. Revanchieren wird er sich aber allemal.

Nichts wird hier alltäglich
(zeit.de) Die Feiertagssaison beginnt und Donald Trump wird Präsident. Wird schon werden. In den USA hat zwei Wochen nach der Wahl die Normalisierung begonnen. Was für ein Fehler. Mehr... 

Das ganz und gar Undenkbare
(faz.net) Angesichts der geostrategischen Kontinentalverschiebung, die nach Trumps Wahl droht, muss auch Deutschland seine Sicherheitspolitik einer Revision unterziehen. Mehr...

Der Autor, Berthold Kohler, einer der Herausgeber der F.A.Z.(!), fordert eine "eigene nukleare Abschreckungsfähigkeit" Europas, hält die britischen und französischen Arsenale für "zu schwach" und meint damit die Aufrüstung Deutschlands mit Atomwaffen. Die Kriegstreibereien der deutschen Edelfedern stoßen in völlig neue Bereiche vor. Die NACHDENKSEITEN nennen das "Großmachtsphantasien"; wir finden, der Mann ist vollkommen irre und gehört in einer Klapse sicherungsverwahrt.

An dieser Stelle ein Nachtrag zu unserem Standpunkt vom 24.11.2016 (hier). Ziemlich am Ende haben wir uns dort mit einem Beitrag der Schriftstellerin Siri Hustvedt für die SZ beschäftigt: "New York ist das echte Amerika". Unseren kritischen Kommentar dazu möchten wir heute um den folgenden Beitrag ergänzen: 

60% Of New Yorkers Are One Paycheck Away From Homelessness
(zerohedge.com) More than half of all New Yorkers don't have enough money saved to cover them in the event of a lost job, medical emergency, or  other disaster, according to a new report by the Association for Neighborhood & Housing Development. Read more... 

Offensichtlich hat Siri Hustvedt völlig den Blick für die Realität in "ihrer" Stadt verloren. Das macht ihren Beitrag für die SZ nur noch bedenklicher.


Angela "rette die Welt" Merkel  
Die Rufe wollen nicht verstummen. Angel Merkel, die "Lady Gaga der CDU" (O-Ton Urban Priol) soll die Welt retten; wenn nicht die ganze, dann wenigstens die westliche. 

Endlich ist es soweit: Die Deutschen selbst dürfen sich auffordern, eine tragende Rolle in der Weltpolitik zu spielen. Ohne dafür vom Ausland eins auf die Mütze zu kriegen. Schlimmer: Sie werden von Außen regelrecht dazu gedrängt. Alleine der Gedanke daran stellt uns die Nackenhaare auf und der Angstschweiß bricht aus. Will sich niemand mehr an das Unheil erinnern, das deutsche Großmannssucht in der Welt verursacht hat? Am Ende dieses "Abenteuers" waren 60 - 70 Millionen Tote zu beklagen. Die Entwicklung zeigt, der deutsche Michel hat sich in den vergangenen 70 Jahren nicht verändert - trotz zweier blutiger Weltkriege. Er hat sich nur gut getarnt - als angeblicher Friedensmissionierter. Diese Tarnung kann er jetzt wieder abstreifen; vorsichtig zwar, aber zielgerichtet; mit deutscher Gründlichkeit eben. Für was Donald Trump da herhalten muss. Wir hoffen darauf, dass die Mehrheit wieder zur Besinnung kommt - alleine, uns fehlt der Glaube. Die mediale Propagandamaschinerie ist zu mächtig. Mahnende Stimmen bleiben ungehört.

Etwas hat sich verändert bei Angela Merkel
(welt.de) Mit verblüffendem Selbstbewusstsein, neuer Strategie und ein paar Wahlversprechen startet Angela Merkel in ihren vierten Kanzler-Wahlkampf. Bei einem Auftritt wird klar: Es hat sich etwas verändert. Mehr...

Die Kanzlerin wächst in ihre Aufgabe. Jedenfalls stellt der Mainstream sich das so vor. Der Beitrag ist fein ziselierte Propaganda.

"Dieses Mal wird Europa bankrottgehen"
(fuw.ch) Die Nachbeben der amerikanischen Präsidentschaftswahlen halten an. Luigi Zingales befürchtet, dass der Sieg von Donald Trump gravierende Konsequenzen für europäische Wirtschaftsschwergewichte wie Deutschland und Italien haben wird und letztlich sogar das Ende der EU bedeuten könnte. Als engagierter Verfechter freier Märkte sorgt sich der angesehene Ökonom zudem, dass die Vetternwirtschaft in Washington unter dem neuen US-Staatschef noch mehr florieren wird. Er zieht Parallelen zu Italiens vormaligem Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, der seinerzeit mit ähnlichen Versprechen wie Trump an die Regierung kam. Mehr... 

Es gibt viel zu tun, für die deutsche Kanzlerin. Das Feld ist riesig, auf dem sie sich verlieren wird. Solche und ähnliche Beiträge werden die deutsche Sicht auf die Krise in Europa nur noch verstärken. Andere Lösungen, selbst sehr viel bessere, haben weiterhin keinerlei Chance. Auf diese Weise wird sich die Prophezeiung erfüllen: Europa richtet sich politisch und wirtschaftlich selbst zugrunde. Diese Entwicklung hat schon weit vor Donald Trump begonnen. Wem das gefällt, der bedenkt nicht die Folgen eines Rückfalls in die Kleinstaaterei des 19. Jahrhunderts.

Deutschlands neue Verantwortung
(ipg-journal.de) Stefan Liebich über Außenpolitik als Einsatz für Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Frieden. Mehr...

Dieser Beitrag ist eine Pflichtlektüre. Stefan Liebich wird kaum eine Chance haben, gehört zu werden. Er zeigt Alternativen auf, die allesamt weit weg sind von augenblicklichen Ideen der Propagandisten. Nachdenkfutter, nicht nur für Pazifisten. 

Das war's für heute.