Mittwoch, 7. Dezember 2016

Standpunkt 1040: Nachrichten-Ticker, 01. & 02.12.2016


Im vergangenen Monat sind wir wieder zu unserer alten Gewohnheit zurückgekehrt: Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen; von uns mehr oder weniger kommentiert und ergänzt. Ideal für alle, die sich schnell und umfassend informieren wollen. Weit weg von den propagandaverseuchten Medien und als Unterstützung einer eigenen Meinung.

Leider müssen wir dafür häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen; die deutschsprachigen Medien schenken wichtigen Themen zu wenig Beachtung. Wir bitten dafür um Verständnis, dass von uns eine Übersetzung dieser Texte nicht bereitgestellt werden kann. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit. 

Im Zuge der Wiederbelebung unseres Blogs werden wir zu den wichtigsten Themen der vergangenen Monate Stellung nehmen. Gewohnt ausführlich und mit zahlreichen Fakten unterlegt.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.


Unsere Themen heute: Bargeldverbot - Deutschlands schwarze Null - Geldpolitik: EZB - US-Arbeitsmarkt - China's schwarzes Loch - US-Wahl: Jill & Hill vs. Trump - Frankreich ohne Hollande - Türkei in der Krise - Finanzcasino: Krisenherde en masse - Krisenprophet Stephen Hawking

Quelle: truthdig.com


Bargeldverbot
Noch eine Neuigkeit aus Griechenland. Und der streitbare Verteidiger des "Grundrechts auf Bargeld", Norbert Häring, meldet sich nachdrücklich zu Wort. Die Refenrenzmedien halten sich unterdessen natürlich vornehm zurück. Die halten es mal wieder mit Kurt Tucholsky: "Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen - und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch". Deren Rechnung scheint bisher aufzugehen: Wir erleben sehr viel Unverständnis und Ablehnung gegenüber unserer unnachgiebigen Haltung zu diesem Thema. Alles sei reine Verschwörungstheorie. Aber es ist eine altbekannte Weisheit: "Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen"Vielleicht öffnen die beiden Beiträge von N. Häring diesen Verweigerern wenigstens ein wenig die Augen.

Bargeschäfte in Griechenland nur noch bis 500 Euro
(griechenland-blog.gr) Einkäufe und  Geschäftsvorgänge im Wert von über 500  Euro sollen in Griechenland nur noch bargeldlos getätigt werden.
Der Gesetzentwurf bezüglich der elektronischen Transaktionen wird signifikante Änderungen im Alltag und bei den Einkäufen der Bürger in Griechenland herbeiführen, da fortan alle Geschäftsvorgänge in Höhe von über 500 Euro ausschließlich mittels Debit- /Kreditkarten oder über die Webbanking-Systeme der Banken zu erfolgen haben.
Konkreter werden die Änderungen vorsehen, dass Einkäufe bzw. allgemein Zahlungen in Höhe von über 500 Euro ausschließlich unter Nutzung sogenannten "Plastikgelds" oder per E-Banking zu erfolgen haben.
Mehr... 

Der Krieg gegen das Bargeld eskaliert
(nachdenkseiten.de) Der Krieg gegen das Bargeld ist hervorragend international koordiniert. Weniger als eine Woche nachdem die indische Regierung über Nacht die Nutzung von 80 Prozent des Bargelds verbot, erklärte die US-Großbank Citigroup, sie werde künftig in ihren Filialen in Australien Ein- und Auszahlungen von Bargeld nicht mehr akzeptieren. "Diese Umstellung auf bargeldlose Filialen unterstreicht unser Engagement für den digitalen Zahlungsverkehr", kommentierte Janine Copelin, Chefin für Retailbanking der Citigroup. Nur einen Tag später veröffentlichte die Schweizer Großbank UBS eine Analyse, in der sie die australische Regierung auffordert, es Indien nachzutun und die größeren Geldscheine aus dem Verkehr zu ziehen. Was erleben wir hier? Zu dieser Frage sprach Jens Wernicke mit dem Wirtschaftsjournalisten und Autor zahlreicher populärer Wirtschaftsbücher Norbert Häring, der argumentiert, von der Öffentlichkeit weitgehend unbeobachtet ebneten die Eliten mehr und mehr den "Weg in die totale Kontrolle", an dessen Ende die Bürger ihre soziale Existenz nur noch sicherstellen könnten, wenn die Zustimmung der Mächtigen hierzu besteht. Mehr...

Ergänzend dazu noch einen älteren Beitrag von Norbert Häring:

Neue Runde im Krieg gegen das Bargeld: Ab jetzt macht die Bundesbank mit
(norberthaering.de) Bis vor kurzem hat die Bundesbank im weltweiten Kampf gegen das Bargeld zumindest verbal gegengehalten. Vorstand Thiele betonte die Vorteile des Bargelds und die Gefahren seiner Beseitigung. Der Zentralbereichsleiter Bargeld sprach von einem „Krieg der Finanzbranche gegen das Bargeld“. Umso bemerkenswerter, dass die Bundesbank sich nun in die Phalanx der Anti-Bargeld-Krieger hat einreihen lassen. Mehr... 

Unbedingt auch den Links folgen, es lohnt sich. 

Für uns ist dieser Schwenk der Bundesbank keine Überraschung, wir haben an dieser Stelle schon früh darauf hingewiesen. Den "Elfenbeintürmlern" in Frankfurt trauen wir nicht (mehr) über den Weg. Nie. Durch die Bank alles nur Trickser und Täuscher. Deren Nimbus gründet auf einer besonderen deutschen Frömmigkeit, die von dem französischen Politiker Jacques Delors 1987, während der Entstehungsphase der Gemeinschaftswährung, so auf den Punkt gebracht wurde: "Nicht alle Deutschen glauben an Gott, aber alle glauben an die Bundesbank."


Deutschlands schwarze Null
Es ist eine sehr passende Beschreibung für Wolfgang Schäuble, den Bundesfinanzminister. Merkels Mann fürs sehr Grobe unterstreicht in diesen Tagen erneut seine tiefe Ahnungslosigkeit über wirtschaftliche Zusammenhänge. 

Was ihn in unseren Augen unerträglich macht, für Angela Merkel aber unentbehrlich: Schäuble ist der Prototyp dessen, was der deutsche Philospoh Friedrich Nietzsche so beschrieben hat: "Ein Politiker teilt die Menschheit in zwei Klassen ein: Werkzeuge und Feinde." 

Schäubles Feinde sitzen gerade in der EU-Kommission. Denen hat er Anfang November die Leviten gelesen; wir haben darüber berichtet (hier). Überlagert von der Präsidentschaftswahl in den USA hat die Sache weitergeköchelt. Zwei Beiträge möchten wir in diesem Zusammenhang unseren LeserInnen vorstellen, die gegen Schäubles Haltung Stellung beziehen. 

Schäubles schwarze Null hat null Sinn
(zeit.de) Ein Unternehmenschef, der bei niedrigen Schulden und Zinsen hoch rentable Investitionen ablehnt, würde aus dem Amt gejagt. Doch für Finanzminister gelten andere Regeln. Mehr...

Ein Beitrag von Sebastian Dullien, der uns wie immer gut gefällt. Seinem Fazit ist nichts hinzuzufügen: "Man kann es leider nicht oft genug wiederholen: Wirtschaftlich ist es ein grober Fehler, bei massivem Investitionsbedarf auf schuldenfinanzierte Investitionen zu verzichten. Jeder CEO, der für sein Unternehmen bei niedrigem Schuldenstand und niedrigen Zinsen hoch rentable Investitionen ablehnt, würde von den Aktionären zu Recht aus dem Amt gejagt. Nur in der Politik scheint man es als Tugend anzusehen, das Fundament der Volkswirtschaft auf dem Altar der schwarzen Null zu opfern."  DER Mann hat Ahnung.

Deutscher Sparkurs unter Druck
(dgb.de) Wolfgang Schäuble ist sauer: Sowohl der Internationale Währungsfonds (IWF) als auch die Europäische Kommission wollen, dass er die "Schwarze Null" aufgibt und die gute Haushaltslage zur Stärkung von heimischen Investitionen nutzt. Weltweit wächst die Erkenntnis, dass lockere Geldpolitik allein nicht ausreicht, um die Euro-Krise zu beenden. Mehr...

Auch nicht schlecht, dieser "Klartext" des DGB. Den Gewerkschaften, insbesondere dem DGB, tragen wir jedoch nach, dass sie sich schon seit Jahren der Politik geschlagen geben - schlimmer noch: zugesehen haben, wie die Rechte ihrer Mitglieder, über viele Jahre hinweg erstritten und erfolgreich verteidigt, von den schwarz-rot-grün-gelben Politikern Stück für Stück einkassiert wurden. Da sind wir nachtragend.

Dieser Beitrag enthält ein anschauliches Schaubild:


 
Geldpolitik: EZB
Einer der Pseudo-Kriegsschauplätze Deutschlands sind die geldpolitischen Maßnahmen von Mario Draghi. Egal welche politische Richtung, egal ob Provinzfürst, wie Horst Seehofer, der Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, oder - besonders pikant - der Deutsche Bank-Chef John Cryan, alle geben sie vor, die Politik der EZB sei falsch und müsse so schnell wie möglich korrigiert werden. Sprachrohre sind, natürlich, die deutschen Qualitätsmedien. 

Das ist alles nur Show. Die Beteiligten wissen sehr genau: ohne die EZB, oder die anderen Notenbanken, wäre das Finanzsystem weltweit schon lange kollabiert. Beide Seiten wissen um ihre Rollen in diesem perfiden Spiel. Mario Draghi fordert regelmäßig von der Politik geeignete Reformen, um die Maßnahmen der EZB zurückfahren zu können. Wohl wissend, dass es keine (europäische) Regierung gibt, die die G20-Versprechen weitreichender Finanzreformen, sie stammen bereits aus 2009, ernsthaft umsetzen wird. Umgekehrt wissen die Politiker und deren Steigbügelhalter ganz genau, dass die EZB ihren Forderungen wegen des fehlenden politischen Reformwillens gar nicht nachkommen kann. Unser Fazit: Die EZB erfüllt ihre Aufgabe, die Politik nicht.

"EZB sollte die Anleihenkäufe verdoppeln"
(fuw.ch) Athanasios Orphanides, Ökonomieprofessor am MIT, zu den Fehlern der Geld- und Fiskalpolitik, die den Euroraum wirtschaftlich auseinander treibt, statt zu einen. Mehr...

Ein irrer Vorschlag. Bereits heute ist klar, warum die Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung haben: Das Geld der EZB versickert im Finanzsystem und kommt im Kreislauf der Realwirtschaft nicht an. Die Kreditnachfrage ist mangels Investitionsbereitschaft der Unternehmen gering, die Öffentliche Hand weigert sich, mittels dringend notwendiger Investitionen in Infrastruktur und Bildung, dieses Manko auszugleichen. Die Maßnahmen der EZB auszuweiten, verstärkt lediglich die Blasenbildung in den Finanzmärkten. Vielmehr müssen die Regierungen, allen voran die Bundesregierung, ihre Investitionsverweigerung aufgeben. Alleine in Deutschland besteht, je nach Maßstab, ein Investitionsstau von 100 bis 200 Milliarden Euro. Anschließend müssen Politik und EZB Wege finden damit die EZB die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen kann. Krisenzeiten erfordern neue, flexible Regularien.

Erstaunlich auch, mit welchen Statistiken dieses Interview mit Athanasios Orphanides, dem Ökonomieprofessor am MIT, flankiert wird, um seine Auffassung zu untermauern: 


Statt eines Kommentars verweisen wir auf das Interview, das James Rickards kürzlich EPOCH TIMES gegeben hat (hier). 


Das in diesem Chart dargestellte US-Wirtschaftswachstum, basierend auf den offiziellen Angaben der höchst kreativen US-Statistiker, ist schlicht eine Farce und deshalb nicht wirklich aussagekräftig. 

Wir wiederholen an dieser Stelle noch einmal unsere Auffassung: Gesundes Wirtschaftswachstum in Krisenzeiten erzeugen nützliche Investitionen der Öffentlichen Hand, nicht das andauernde Aufblähen des schon seit Jahren maroden Finanzsystems. John Maynard Keynes hätte auf jeden Fall seine helle Freude daran. 


US-Arbeitsmarkt
Wir haben die Beiträge zu diesem Thema an diese Stelle gesetzt, weil damit das Geschwätz vom US-amerikanischen Wirtschaftsboom nach der Finanzkrise 2007 (in den USA), bzw. 2008 (durch die Lehman-Pleite im Rest der Welt) an einer entscheidenden Stelle widerlegt werden kann (vgl. dazu das vorherige Interview von Prof. Orphanides). 

Schon seit Jahren weisen wir unsere LeserInnen zu Recht daraufhin, dass in den USA (wie andernorts natürlich auch!) die Statistiker im Sinne von Benjamin Disraeli hervorragende Arbeit leisten: "Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen und Statistiken". Die offiziellen Zahlen dieser Statistiken werden regelmäßig, Monat für Monat, in den heimischen Mainstream-Medien verbreitet. Ungeprüft und deshalb mit voller Absicht. Es ist nicht der geringe Aufwand, der die Edelfedern in den Wirtschaftsredaktionen davon abhält die korrekten Zahlen zu recherchieren. Vielmehr ist es ein wichtiger Teil der Propagandamaschinerie, mit dem die Kraft und die Herrlichkeit einer von Barack Obama präsidierten Wirtschaftssupermacht USA immer wieder neu in den Köpfen der Menschen verankert wird. Selbst versteckte Kritik an den wahren Zuständen in Amerika, etwa durch die bloße Veröffentlichung der korrekten Arbeitsmarkt-Zahlen, findet nicht statt. Das kapitalistische Erfolgsmodell des Westens, kreiert in der Wall Street und wissenschaftlich untermauert von den Elite-Universitäten in den USA oder Großbritannien, darf keinen Schaden nehmen. Das ist erbärmlich.



Diese Statistik erscheint monatlich bei "John Williams' Shadow Goverment Statistics" (hier). Das Ergebnis ist weit weg von den offiziellen Zahlen: "The ShadowStats Alternate Unemployment Rate for November 2016 is 22.8%." 

Americans Not In The Labor Force Soar To Record 95.1 Million: Jump By 446,000 In One Month
(zerohedge.com) So much for that much anticipated rebound in the participation rate.
After it had managed to post a modest increase in the early part of the year, hitting the highest level in one year in March at 63%, the disenchantment with working has returned, and the labor force participation rate had flatlined for the next few month, ultimately dropping in November to 62.7%, just shy of its 35 year low of 62.4% hit last October. This can be seen in the surge of Americans who are  no longer in the labor force, who spiked by 446,000 in November, hitting an all time high of 95.1 million. 



As a result of this the US labor force shrank by 226,000 to 159,486K, down from 159,712K a month ago, and helped the unemployment rate tumble to 4.6%, the lowest level since August 2007. 


Adding the number of unemployed workers to the people not in the labor force, there are now over 102.5 million Americans who are either unemployment or no longer looking for work. Read here...

Das ist die Manövriermasse der Statistiker des BLS. Alles Überzählige wird dort untergebracht und fällt durch diesen Taschenspielertrick aus der offiziellen Statistik.  

Multiple Jobholders Hit New All Time High As Part-Time Jobs Soar
(zerohedge.com) While today's headline jobs number was essentially Goldilocks, with the payrolls print missing the expected print of 180K by just 2,000 jobs, it was accompanied by a plunge in the unemployment rate to 9 year lows as a result of a jump in the number of people leaving the labor force, and rising to a new all time high of over 95 million. But while the quantitative headline aspect is open to interpretation, the qualitative component of the November jobs print was - just like in the case of October - quite clear: it was ugly, again. Read more...

Noch zwei anschauliche Charts aus dem Beitrag: 





Soviel zur Qualität der neuen Jobs.  

Since 2014 The US Has Added 571,000 Waiters And Bartenders And Lost 34,000 Manufacturing Workers 
(zerohedge.com) As another month passes, the great schism inside the American labor force get wider. We are referring to the unprecedented divergence between the total number of high-paying manufacturing jobs, and minimum-wage food service and drinking places jobs, also known as waiters and bartenders. In October, according to the BLS, while the number of people employed by "food services and drinking places" rose by another 18,900, the US workforce lost another 4,000 manufacturing workers.
This is the fourth consecutive month of declining manufacturing workers, and the 7th decline in the past 10 months. 



The chart below puts this in context: since 2014, the US had added 571,000 waiters and bartenders, and has lost 34,000 manufacturing workers.


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Donald Trump und sein Milliardärskabinett haben viel Arbeit vor sich, wenn sie diese Entwicklung ernsthaft(!) umkehren wollen. Es genügt aber nicht, gegen die heimischen Unternehmen zu giften, oder sich auf verbale Scharmützel mit China einzulassen. Solche Showeinlagen bringen keine Jobs in die USA zurück.

Wer sich detailliert mit der Arbeitslosigkeit in den USA auseinandersetzen möchte, der wird mit dem folgenden Beitrag bestens bedient:

Maladies Of Unemployment And Its Rate
(alhambrapartners.com) The headline writers for this morning’s payroll reports can’t really help themselves. In a clickbait world, any kind of record or new high or low is bound to make its way into every article title. The unemployment rate fell to 4.6% in November, the lowest since 2007, therefore it isn’t surprising to see reporting on the labor statistics to have focused on that positive aspect. Read more...



Quelle: goldseiten.de

China's schwarzes Loch
Die vermeintlichen Erfolge im Reich der Mitte funktionieren nach den gleichen Methoden wie im Westen: sie sind allesamt schuldenfinanziert. Niemand muss Ökonom sein, um zu verstehen, dass es so nicht ewig weitergeht. China's Probleme stehen ganz oben auf unserer Liste der Risiken, die den finalen Kollaps des weltweiten Finanzsystems auslösen können. Beispielsweise die riesige Kreditblase. Dazu drei Beiträge von Anfang Oktober: 

Chins Banken brauchen möglicherweise gigantische Geldspritze
(wirtschaftsblatt.at) Die Ratingagentur S&P sieht bei den chinesischen Banken angesichts enormer Schulden der dortigen Unternehmen steigende Risiken.
Die chinesischen Banken würden bei Zahlungsausfällen im schlimmsten Fall bis zu 1,7 Billionen Dollar (rund 1,5 Billionen Euro) an Kapital benötigen, erklärte S&P am Dienstag. Ende 2015 hätten faule Kredite einen Anteil von 5,6 Prozent an den vergebenen Darlehen gehabt. Dieser könne bei unvermindertem Tempo der Kreditvergabe auf elf bis 17 Prozent steigen. Komme es so, benötigten die Geldhäuser bis 2020 den Billionenbetrag zur Rekapitalisierung.
Zuletzt hat der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer Kreditblase gewarnt. Bereits jetzt säßen die chinesischen Unternehmen auf einem Schuldenberg von 18 Billionen Dollar, was 169 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes entspreche.


Das WIRTSCHAFTSBLATT gibt es nicht mehr. Der Beitrag steht Online leider nicht mehr zur Verfügung. Deshalb haben wir den gesamten Text aus der Kopie hierher übernommen, die von uns archiviert wurde

Chinese Banks Will Need $1.7 Trillion To Cover Bad Debt Deluge, S&P Calculates
(zerohedge.com) Just last week we noted that in the latest shocker to emerge out of corporate China, at least a quarter of Chinese companies were unable to generate enough cash to cover their interest expense: as we noted previously this is the Ponzi Finance stage of China's debt curve, the one that comes just before the inevitable "Minsky Moment" at which point all bets are off. 


The implications of this, for the nation with nearly $20 trillion in corporate debt as well as a grand total of 300% in debt to GDP are staggering: it means that sooner or later, up to a quarter of bank loan exposure will have to be discharged, restructured, equitized or otherwise eliminated due to its non-performing nature, dramatically impacting not just the asset side of the bank ledger, but the liabilities as well, namely deposits, which could see a drop in the trillion.
Overnight, in a report published by S&P Global, the rating agency's analysts noticed not only the latest deterioration in corporate China, but also the relentlessly growing leverage, noting that rising debt levels will worsen the credit profiles of China's top 200 companies, requiring the country's banks to raise $1.7 trillion in capital to cover a likely surge in bad loans.
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China Shocker: A Quarter Of All Companies Can't Pay The Interest On Their Debt 
(zerohedge.com) Almost exactly one year ago, we reported that as a result of the commodity crash of 2015, more than half of Chinese companies in the commodity sector did not generate enough cash flow to pay the interest on their debt.
Months later this has manifested in a countrywide push for debt-for-equity exchanges, and outright bankruptcies including the first ever liquidation of a Chinese state-owned enterprise. (...)

While dramatic, the question remained: what about other Chinese companies not directly involved in the commodity space? We now know the answer: according to Reuters, profits at roughly a quarter of all Chinese companies were too low in the first half of this year to cover their debt servicing obligations, i.e., merely the mandatory interest payment let along debt maturities, as earnings languish and loan burdens increase.
So with unprecedented debt - and as the IIF chart below shows, China's total debt/GDP of 300% has never been lower ...


... why are mass defaults not a daily staple of the Chinese economy, or as Reuters notes "as corporate China sits on $18 trillion in debt, equivalent to about 169 percent of China's GDP, few firms reported feeling the heat." Read more...
 
Noch eine Gigantonomie: China's Immobilienblase - ein Risikopotential mit enormer Sprengkraft. Ebenfalls aus dem Oktober stammen diese beiden Beiträge zum Thema:

Chinese Property Owners are in for a Very Rude Awakening, but the Damage Will Reverberate around Globe - Property mogul: "The biggest bubble in history."
(wolfstreet.com) No question about it. China definitely takes the cake when it comes to bubble creation. The government encouraged everyday people to speculate in stocks in late 2014 and 2015 to help offset the slowdown in its gargantuan real estate bubble. The stock market bubbled 160% in one year and then crashed 50% (and you can be sure there’ll be more losses to come after a year of propping up a market that has merely gone sideways…)
Then to cushion that 2015 stock crash, the government made loans easier for real estate again. Bank loans surged by 7.5 trillion renminbi (RMB) in 2015 and are on track to surpass 15 trillion RMB by the end of this year. About half of these loans are in mortgages. So what happened?
After flattening for three years, real estate prices went totally bananas again. They’re up 59% in the hottest large city, Shenzhen, since February 2015. They’re up 35% in Shanghai. Just look at this bubble in Tier 1 cities. Real estate is up 48% since just February 2015! Since early 2010, it’s up 107%. That’s clearly the orgasmic phase of this bubble. 



Shenzhen is the large industrial city outside of Hong Kong and it is now the next bubble city. Property prices there have surpassed Shanghai and Beijing prices for the first time. Read more...

China House Price Bubble Soars Most Ever, Government Freaks out, Preannounces Plunge
(wolfstreet.com) As a consequence of a dizzying buying frenzy in September, the average price of new homes in China soared 11.2% from a year ago, after a 9.2% jump in August, the National Bureau of Statistics reported today. It was the 12th month in a row of year-over-year gains, and the largest increase on record. (...)



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Darauf würden wir wetten: Demnächst ist es dem Rest der Welt nicht mehr egal, wenn in China ein Reissack umfällt...

Aktuell gibt es neue Probleme im Land: Eine massive Kapitalflucht hat eingesetzt, an der sich auch die Mittelklasse beteiligt:

China's Central Bank Is Facing a Major New Headache
(bloomberg.com) People’s Bank of China Governor Zhou Xiaochuan already has one policy headache with the currency falling to near an eight-year low. He could have an even bigger one next month.
That’s when a $50,000 cap on how much foreign currency individuals are allowed to convert each year resets, potentially aggravating capital outflow pressures that are already on the rise. If just 1 percent of China’s almost 1.4 billion people max out those limits, that’s an outflow of about $700 billion -- more than the estimated $620 billion that Bloomberg Intelligence estimates indicate has already flowed out in the first 10 months of this year.
Middle class and wealthy Chinese have been converting money into other currencies to protect themselves from devaluation, exacerbating downward pressure on the yuan. Outflows could intensify if Federal Reserve interest-rate hikes fuel further dollar appreciation.
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Quelle: zerohedge.com

US-Wahl: Jill & Hill vs. Trump
Zu dieser Auseinandersetzung möchten wir unsere Leserinnen nur noch auf dem Laufenden halten. Kommentare verkneifen wir uns bis zum Ende des Recount. Abgesehen von der Karikatur, die wir diesem Abschnitt vorangestellt haben...

Trump Campaign and GOP Allies in Full Legal Panic as Recounts Could Create Electoral College Crisis 
(alternet.org) Republicans are panicking because the Green Party’s presidential recounts in Wisconsin, Michigan and Pennsylvania could prevent Donald Trump from receiving 270 Electoral College votes - the final hurdle to the presidency - on December 19. Read more...

'Hamilton Electors' Declare War on Trump 
(alternet.org) "I feel that it is my duty to cast my vote against Trump." Read more...

Wer unseren Blog aufmerksam liest erinnert sich wahrscheinlich daran, dass wir schon bald nach der Wahl sehr dezent auf dieses Problem hingewiesen haben:  

"Im übrigen ist kaum ernsthaft daran zu zweiflen, dass Trump Finanz- und Wirtschaftspolitik im Sinne der Wall Street betreiben wird. Anders als unter Barack Obama könnte jedoch auch die Main Street davon profitieren. Den Beweis wird Trump in 2017 antreten müssen. Falls er im Dezember vom Electoral College zum Präsidenten gewählt wird." (Standpunkt-Ausgabe 1035, vom 24.11.2016, hier)
 
Michigan Rejects Trump's Objection - Recounts Are Cleared To Start Next Week(zerohedge.com) Earlier this morning we reported that Trump's attorneys had filed an objection to Jill Stein's recount petition with the election commission of Michigan. Per the Michigan Secretary of State, those objections have just been rejected and a recount has now been cleared to begin early next week barring any new legal actions over the weekend. Read more...


Frankreich ohne Hollande
Endlich, bald ist sie zu Ende, die Episode François Hollande - für Frankreich und Europa. Der Weiberheld hat sich aus dem Rennen genommen. Politisch ein kompletter Versager, hat er die Franzosen ähnlich enttäuscht wie Barack Obama die Amerikaner. Sehr ärgerlich ist außerdem, dass Hollande auf europäischer Ebene keine Rolle gespielt hat - er war schlicht nicht vorhanden. Dieses Feld hat er grund- und kampflos Angela Merkel überlassen. Das hat uns beleidigt, weil wir ihm am Anfang seiner Amtszeit in dieser Hinsicht sehr viel zugetraut haben. Was für eine Enttäuschung! Wir haben im November 2013 an dieser Stelle die folgende Karikatur veröffentlicht:


"Die unglaubliche Schrumpfung des Präsidenten" (Quelle: thenglishblog.com)

Das war anderthalb Jahre nach Beginn seiner Amtszeit! Daran hat sich bis heute nichts geändert. Pah, politisch ist er ein Wicht geblieben. 
 

Da ist es nur konsequent, dass aktuell nur noch 4% der Franzosen mit seiner Arbeit zufrieden sind (hier).

Hollande, schachmatt
(heise.de/telepolis) Der französische Präsident verzichtet auf seine Kandidatur. Mit Premier Valls macht sich ein autoritärer Vertreter des rechten Flügels der Sozialdemokraten als Nachfolger bereit. Er hat gute Chancen gegen Le Pen. Mehr...

Wir finden es eine sehr gewagte Sache, heute bereits die Chancen eines Manuel Valls gegen Marine Le Pen vorherzusagen. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre mißtrauen die Franzosen den Sozialisten in höchstem Maße, daran wird auch ein Kandidat Valls wenig ändern. 


Türkei in der Krise
"Politische Macht vermag das ökonomische Gesetz niemals außer Kraft setzen". Der Satz stammt von dem österreichischen Ökonomen Eugen Böhm Ritter von Bawerk. Diese Tatsache wird auch der türkische Präsident Erdogan lernen. Das kann noch ein Weilchen dauern, im Augenblick ist er viel zu sehr mit der Festigung seiner Macht, dem Völkermord gegen die Kurden, dem Krieg gegen Syrien und, neuerdings, dem Säbelrasseln in Richtung Griechenland beschäftigt.

Türkische Wirtschaft: Führt Erdogan das Land in die Krise?
(heise.de/telepolis) Die Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan feiern ihren "Reis" (Chef) gerne dafür, dass er das Land wirtschaftlich vorangebracht hat. Dafür, dass unter ihm vieles besser geworden ist und auch die kleinen Leute am Aufschwung teilhaben konnten. Doch der Erfolg gerät ins Wanken. Mit einer radikalen Politik und der Entdemokratisierung schreckt die AKP ausländische Investoren ab, der für die Binnenwirtschaft so wichtige Tourismus ist auf einem Dauertief und die Türkische Lira im Sinkflug während die Arbeitslosigkeit steigt. Mehr...  

Warum überhaupt noch das Fragezeichen? Die Türkei steckt wirtschaftlich schon lange in der Krise. Nach unserer Einschätzung haben die Hilfen der EU zur Vorbereitung des Landes auf den Beitritt zur Gemeinschaft und die damit verbundenen privilegierten Beziehungen das Land über Wasser gehalten. Jetzt, durch die Folgen des Putschs, spitzt sich die Lage nur weiter zu. Offensichtlich profitieren von dieser Entwicklung die krisengeplagten südeuropäischen Länder - und das ist gut so.


Finanzcasino: Krisenherde en masse   
Tatsächlich gibt es sie haufenweise, die Krisenherde im weltweiten Finanzcasinosystem. Politik und Notenbanken verhindern einerseits den Kollaps, andererseits heizen sie jedoch die zahllosen Krisen immer weiter an. Irgendwann ist damit Schluss und der ganze Laden fliegt den Protagonisten mit einem ohrenbetäubenden Knall um die Ohren. Die sind darauf vorbereitet. Treffen mit voller Wucht wird es die 99%, die sich darauf verlassen haben, dass die von ihnen gewählten Politiker sie vor dieser gewaltigen Explosion und den damit verbundenen immensen Schäden schützen: Kein Stein bleibt mehr auf dem anderen. Schade nur, dass die Betroffenen sich mit dieser absehbaren Entwicklung einfach nicht beschäftigen wollen. Statt ihre Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen, beschäftigen sie sich mit Schuldzuweisungen, bevorzugt an die Adresse der Griechen, oder pflegen lautstark ihren Fremdenhass. Sie verlieren wertvolle Zeit, die später nicht mehr aufzuholen ist. Eine gute Krisenvorbereitung braucht ihre Zeit.  

Der folgende Beitrag gibt eine nützliche Zusammenfassung aller anstehenden Krisen "around the world". Einige stehen noch am Beginn "ihrer Karriere", andere sind schon sehr weit fortgeschritten. Die meisten sind brandgefährlich, viele sind geeignet, den finalen Kollaps auszulösen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit. Obwohl wir dem Autor nicht in allen Punkten folgen, empfehlen wir unseren LeserInnen dringend sich gründlich einzulesen. Dadurch erhöht sich die Sensibilität für die unterschiedlichen Krisenszenarien erheblich. Das ist für das finanzielle Überleben unerlässlich. Die Leitmedien werden darüber erst berichten, wenn es längst zu spät ist, um noch zu reagieren.  

Lunten und Leuchtfeuer
(goldseiten.de) Zahlreiche potentielle Zündschnüre könnten Feuer fangen und einen Flächenbrand, ein gigantisches Leuchtfeuer auslösen, das die Selbstgefälligkeit der Anleihemärkte und die Bankenscharade hinwegfegt. Viele solcher Lunten liegen offen herum, kreuz und quer und auf überaus gefährliche Weise miteinander verwoben. Wird auch nur eine einzige angezündet, werden mehrere andere ebenfalls Feuer fangen und es wird zur Explosion kommen. Da das Finanzsystem so eng vernetzt ist, ist das unvermeidlich. Nie zuvor in der jüngeren Geschichte waren die globalen Finanzstrukturen so geschwächt, so korrumpiert, so unterhöhlt von Kontrollmechanismen.
2007 und Anfang 2008 hatte ich vor einem Einbruch der Hypothekenmärkte gewarnt, der das weltweite System nachhaltig verändern sollte. Diese Prognose ist eingetreten und die weitreichenden Auswirkungen sind bis heute spürbar. In den letzten Monaten habe ich erneut vor einem systemischen "Lehman-Ereignis" gewarnt. In mehreren bedeutenden Wirtschaftsräumen besteht heute ein erhöhtes Risiko für ein ähnliches Ereignis wie im September 2008 - mit dem Unterschied, dass der riesige Schuldenvulkan diesmal das gesamte globale Finanzsystem erschüttern wird, wenn er in mehreren Epizentren gleichzeitig ausbricht, die alle im Westen gelegen sind.
Alle großen westlichen Banken sind miteinander verbunden, aneinander gekettet. Die Banker glaubten, dass die enge Verzahnung der Bankenstrukturen sie immun machen würde gegen die Gefahr eines Zusammenbruchs. In Wahrheit jedoch garantiert die Pleite jeder beliebigen Großbank den systemischen Kollaps aller anderen. Das gesamte Gebilde wird in sich zusammenstürzen und zahlreiche westliche Banken unter den Trümmern begraben.
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Kontrollfreaks finden das englische Original hier. 


Krisenprophet Stephen Hawking
Als Abschluss unserer heutigen Standpunkt-Ausgabe haben wir einen Beitrag herausgesucht, der ein ganz besonderes Schlaglicht auf die Krisen der Welt wirft. Für aufmerksame LeserInnen bietet dieser Beitrag des Astrophysikers Stephen Hawking reichlich Nachdenkfutter. Am Ende aber bitte nicht vergessen: Die Welt dreht sich weiter - vorläufig.

This is the most dangerous time for our planet
(theguardian.com) As a theoretical physicist based in Cambridge, I have lived my life in an extraordinarily privileged bubble. Cambridge is an unusual town, centred around one of the world’s great universities. Within that town, the scientific community that I became part of in my 20s is even more rarefied.
And within that scientific community, the small group of international theoretical physicists with whom I have spent my working life might sometimes be tempted to regard themselves as the pinnacle. In addition to this, with the celebrity that has come with my books, and the isolation imposed by my illness, I feel as though my ivory tower is getting taller.
So the recent apparent rejection of the elites in both America and Britain is surely aimed at me, as much as anyone. Whatever we might think about the decision by the British electorate to reject membership of the European Union and by the American public to embrace Donald Trump as their next president, there is no doubt in the minds of commentators that this was a cry of anger by people who felt they had been abandoned by their leaders.
It was, everyone seems to agree, the moment when the forgotten spoke, finding their voices to reject the advice and guidance of experts and the elite everywhere.
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So, das war's für heute.