Donnerstag, 9. März 2017

Standpunkt 1076: Nachrichten-Ticker, 24. - 27-02-2017


Im vergangenen November sind wir wieder zu unserer alten Gewohnheit zurückgekehrt: Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen; von uns mehr oder weniger kommentiert und ergänzt. Ideal für alle, die sich schnell und umfassend informieren wollen. Weit weg von den propagandaverseuchten Medien und als Unterstützung einer eigenen Meinung.

Leider müssen wir dafür häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen; die deutschsprachigen Medien schenken wichtigen Themen zu wenig Beachtung. Wir bitten dafür um Verständnis, dass von uns eine Übersetzung dieser Texte nicht bereitgestellt werden kann. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit. 

Im Zuge der Wiederbelebung unseres Blogs werden wir zu den wichtigsten Themen der vergangenen Monate noch Stellung nehmen. Gewohnt ausführlich und mit zahlreichen Fakten unterlegt.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.


Unsere Themen heute: Krieg gegen das Bargeld - Finanzkrise, die unendliche Geschichte - Europa vs. Russland - Wahlen Holland und Frankreich - Euro in der Sackgasse: Nachtrag - Griechenland - Who is the President? Donald Trump or Steve Bannon? 

"Trump new god on the turd day"


Krieg gegen das Bargeld
Die Verteidiger der Freiheit haben prominente Unterstützung bekommen: Die Schweizerische Nationalbank gibt vor, für den Erhalt des Bargelds zu kämpfen. Die Aussage ist unmissverständlich: "Die SNB hegt keinerlei Absichten, das Bargeld abzuschaffen". Wer's glaubt...

SNB gegen Abschaffung von Bargeld
(fuw.ch) Fritz Zurbrügg, Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, hält auch die Tausendernote für ungefährlich und nützlich. Mehr...


Finanzkrise, die unendliche Geschichte
Längst tun alle so, als sei nichts gewesen. Die Finanzkrise von 2008 gehört der Vergangenheit an. In den Medien findet sie nicht mehr statt. Für die Öffentlichkeit bedeutet dies "aus den Augen aus dem Sinn". 

Ganz ab und zu, findet sich noch ein vereinzelter Beitrag über die Gefahren der nicht gelösten Krise. Zu wenig, um die Menschen aufzurütteln. Eine fatale Situation mit weitreichenden negativen Folgen für alle, die sich ihrer Lethargie ergeben.

Die Mutter aller Finanzblasen
(goldseiten.de/PeakProsperity.com) Wir leben in der Ära der größten aller Blasen, die sich je an den Finanzmärkten gebildet haben. Wir leben schon so lange mit dieser Blase, dass wir drei gewaltige Schritte zurücktreten müssen, um ihre riesigen Umrisse überhaupt erkennen zu können.
Zur Erinnerung: Eine Spekulationsblase entsteht, wenn die Assetpreise auf ein Niveau steigen, welches von den Einkommen nicht mehr getragen werden kann. Der Florida-Landboom in dem 1920er Jahren, die Technologieaktien in den späten 1990er Jahren und der heutige Immobilienmarkt von Toronto sind anschauliche Beispiele.
Die US-Regierung und das private Bankenkartell, auch bekannt als Federal Reserve, tun gemeinsam mit den verbündeten und äußerst willfährigen Mainstreammedien alles in ihrer beträchtlichen Macht Stehende, um uns davon zu überzeugen, dass wir im goldenen Zeitalter des risikolosen Wohlstandes leben - und dass die Zukunft noch großartiger wird. 
Wenn Sie unsere Beiträge regelmäßig lesen, wissen Sie natürlich, dass es bergeweise Belege gibt, die dem widersprechen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass dahinter die gleiche Methode zur Kontrolle der öffentlichen Wahrnehmung steckt, wie wir sie erst kürzlich beim Oroville-Staudamm erlebt haben: Leugnen, leugnen, leugnen...und dann endlich das Offensichtliche zugeben.
Treten wir also die drei erwähnten Riesenschritte zurück und sehen wir, ob wir den Fehler im "Alles-ist-großartig"-Narrativ finden können, das die Notenbanken versuchen uns unterzujubeln, indem sie die Märkte mit herbeigezauberter Liquidität überfluten. Im Monat sind das übrigens 150-200 Milliarden $ - kein Wunder, dass niemand mehr eine Ahnung davon hat, was irgendein Asset wirklich wert ist.
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Eine sehr informative Analyse, die einen sehr guten Überblick liefert. Für "Neulinge" und "Auffrischer" gleichermaßen geeignet.

Debt Boom in China Could Lead to "Financial Crisis", But Maybe Not Yet: New York Fed
(wolfstreet.com) China’s debt boom, or "credit boom" in more palatable terms – whose true extent remains purposefully obscure – and what it might do to the Chinese economy and by extension to the global economy is starting to worry some folks at the New York Fed. Read more...

Die passende Ergänzung zu dem vorangegangenen Beitrag. 


Europa vs. Russland
Wir nehmen heute noch einmal Bezug auf unseren vorletzten Standpunkt, in dem wir uns mit zwei Beiträgen von Matthias Platzeck beschäftigt haben (hier). Der erwartete Widerspruch ist nicht ausgeblieben. Ein Beispiel:

Warum Platzeck irrt: über Russland und über Brandts Ostpolitik
(vorwaerts.de) Matthias Platzeck fordert  eine "Verständigungspolitik" mit Moskau, ohne die Ukraine auch nur zu erwähnen. Statt dessen vergleicht er die Stationierung der Bundeswehr in Litauen - auf Wunsch Litauens! - mit Hitlers Ostfeldzug. Platzecks Thesen haben nichts mehr mit der Ostpolitik Willy Brandts zu tun. Mehr...

Uns hat der Beitrag nicht überzeugt, wir bleiben bei Platzeck. Aber urteilen Sie selbst.


Wahlen in Holland und Frankreich
Die Ergebnisse dieser beiden Ereignisse werden nicht spurlos an Europa vorbeigehen. Selbst dann nicht, wenn beide Nationalisten, Geert Wilders und Marine Le Pen, die Regierungsverantwortung in ihren Ländern nicht übernehmen können. 

Für die heimischen Medien gibt es bisher wenig Gründe über den Wahlkampf der beiden politischen Rechtsaußen zu berichten. Wir haben aber trotzdem zwei Beiträge gefunden, die sich zu lesen lohnen:

Niederlande: Ausländerhetze beherrscht Wahlkampf
(wsws.org) Umfragen zufolge werden die beiden Regierungsparteien bei den niederländischen Parlamentswahlen am 15. März für ihre drastische Kürzungspolitik abgestraft. Nutznießerin der Verluste der marktliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD), die mit Mark Rutte den Regierungschef stellt, und der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) wird voraussichtlich Geert Wilders‘ ausländer- und muslimfeindliche Partei für die Freiheit (PVV) sein. Sie liegt in den Umfragen derzeit als stärkste Partei knapp vor der VVD.
Die Wahlen in den Niederlanden sind auch deswegen von Bedeutung, weil in dem Land mit rund 17 Millionen Einwohnern nicht selten gesamteuropäische Entwicklungen ihren Anfang nehmen. Im Mai wird in Frankreich der Präsident, im September in Deutschland der Bundestag gewählt. Auch hier versuchen die Rechten von der Politik der etablierten Parteien zu profitieren.
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Der Front National legt bei den Umfragen zur französischen Präsidentschaftswahl stark zu
(wsws.org) Die Kandidatin des neo-faschistischen Front National, Marine Le Pen, kann kaum mehr als neun Wochen vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am 23. April ihren Vorsprung vor ihren wichtigsten Konkurrenten festigen. Laut jüngsten Umfragen wird sie sich mühelos für die Stichwahl qualifizieren, wahrscheinlich entweder gegen Emmanuel Macron von En Marche oder gegen den rechten Kandidaten der Republikaner (LR), François Fillon.
Genau wie Donald Trump sich trotz weit verbreiteter Ablehnung als durchsetzungsfähiger und letztendlich siegreicher Kandidat erwies, könnte Le Pen die Wahlen von 2017 gewinnen, denn die Wut über ihre Kontrahenten, speziell die Regierung der Sozialistischen Partei (PS), hat explosive Formen angenommen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Elabe für den Sender BFMTV von Mittwoch ergab, dass sie in der ersten Runde 27 Prozent der Wählerstimmen bekommen würde. Damit läge sie weit vor Fillon (20 Prozent) und Macron (17 Prozent).
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Euro in der Sackgasse: Nachtrag
Wir haben uns zuletzt hier ausführlicher mit der europäischen Gemeinschaftswährung beschäftigt. Heute möchten wir noch einen Beitrag nachreichen, der sich mit der politischen Komponente bei der Einführung des Euros beschäftigt. 

"Politik kann alles"
(fuw.ch) Das "Zeit-Magazin" publizierte kürzlich ein interessantes Interview mit Walter Kohl, dem älteren Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Der Titel des Interviews stellt seine Kritik an Merkels Verhalten gegenüber seiner Familie ins Zentrum. Für die ökonomische Diskussion sind hingegen seine Bemerkungen zu Kanzler Kohls Wirtschaftskompetenz von grösserem Interesse. Mehr...

In diesem Zusammenhang erinnern wir uns an ein Zitat von Eugen Böhm Ritter von Bawerk: "Politische Macht vermag das ökonomische Gesetz niemals außer Kraft zu setzen." Für diese einfache Tatsache hatte der Machtmensch Helmut Kohl sicherlich nur ein müdes Lächeln übrig. Leider. Europa trägt daran schwer.


Griechenland
Statt vieler Worte zur Einführung, nur eine Karikatur:


Die unendliche Geschichte der griechischen Euro-Rettung
(heise.de/telepolis) Zauberer oder Zauderer? Alexis Tsipras zwischen deprimierenden Daten, neuen Sparmaßnahmen und falschen Versprechen. Mehr...

The Greek program is made to fail. Debt is the main problem, not euro
(defenddemocracy.press) There’s a real need for international debtor rights, says economist Michael Hudson. Read more...

Ein lesenswertes Interview mit einem unserer "Lieblingsökonomen". 


Who ist the President? Donald Trump or Steve Bannon?
Die Frage klingt verrückt, erscheint aber berechtigt. In den USA wird Steve Bannon ein übergroßer Einfluss auf Donald Trump nachgesagt. Wir haben zu diesem Thema zwei deutschsprachige Beiträge recherchiert.  

Bannon nennt Rückbau des Staates als Ziel Nummer eins
(spiegel.de) Radikal sollen die USA verändert werden: Trumps Chefstratege Bannon hat auf einer Konferenz seine Ziele dargelegt und klargemacht, dass der US-Präsident "manisch darauf fokussiert" sei, alle Wahlversprechen einzuhalten. Mehr...

Bannons Bekenntnis zur Zerstörung des Staates
(welt.de) Donald Trumps Chefberater verkündet bei seinem ersten Auftritt offen umstürzlerische Ziele. Stephen Bannon möchte, dass Trump den Staat direkt vom Weißen Haus aus angreift. Sein Boss scheint einverstanden. Mehr...

Dazu noch eine anschauliche Karikatur:


Circus Trumps Politic 
(macromon)
A thousand people in the street 
Singing songs and carrying signs Mostly say, hooray for our side  Buffalo Springfield, 1967 
File this one under political analysis.
Not partisan as we try to keep our politics out of our analysis.  Strictly positive economics.
We must confess, however,  we are not big fans of President Trump’s economic policies. We find some of them attractive, but, in totality,  inconsistent with a thriving job creating, low-inflationary economy and contrary to our free market inclinations. As Honest Abe was fond of saying,  "a house divided cannot stand." Read more...

Trump: "Amerika wird besser, größer und stärker, als jemals zuvor"
(sueddeutsche.de)
  • Bei der CPAC-Konferenz der amerikanischen Konservativen hat US-Präsident Trump seine Versprechen aus dem Wahlkampf beschworen.
  • Er wolle Obamacare ersetzen, Arbeitsplätze sichern und mit dem Bau an der Grenze zu Mexiko beginnen - "sehr viel früher als gedacht".
  • Zielscheibe von Trumps Kritik sind erneut die Medien.

Größenwahn? Größenwahn!

Trumps Triumphgeheul vor den Konservativen
(zeit.de) Amerika gehört die Zukunft: Mit diesen Worten schwor Donald Trump seine Anhänger ein. Auch den Skeptikern sicherte er zu: Die Ära leerer Versprechen sei vorbei. Mehr...

Die Vermutung liegt nahe, dass Donald Trump schon mit Edmund Stoiber zu tun gehabt hat: "Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran!"  

Was bedeutet die Wahl Donald Trumps für uns und für die amerikanische Volkswirtschaft?
(wirtschaftlichefreiheit.de) Niemand weiß, welchen Verlauf die Amtszeit Donald Trumps nehmen wird. Trotzdem ist es wichtig, halbwegs plausible Erwartungen zu bilden, um gegebenenfalls möglichst effizient reagieren zu können. Um abzuschätzen, wie Trump regieren wird, ist es wichtig zu verstehen, wie er denkt. Im Folgenden gehen wir davon aus, dass der neue amerikanische Präsident seine wirtschaftspolitische Strategie nicht aus der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur ableitet, sondern aus seiner persönlichen Lebenserfahrung als sehr erfolgreicher Unternehmer. Mehr ...

Niemand weiss so recht, ob Trump wirklich als Unternehmer erfolgreich ist. Davon abgesehen ein Beitrag mit reichlich Nachdenkfutter. 

How Imports Boost Employment
(project-syndicate.org) According to today’s populists, “good jobs” in US manufacturing have been “lost” to competition from imports and preferential trading arrangements. But this narrative does not fit the facts, because imports create jobs, too.
For starters, many jobs are directly connected to trade. Think of the longshoremen who load and unload cargo, the pilots and crews who transport goods by air, the truckers who do so by land, and the wholesale and retail workers who stock and sell those goods.
Second, imports often provide cheaper inputs than what is available in the United States, which enables American manufacturers to compete better with foreign firms in export markets, and to maintain their share of domestic markets. Third, foreign direct investment (FDI) helps American companies acquire some inputs at less cost, while engaging in more research and development and other activities.
Last but not least, exporting to the US gives foreigners more income with which to buy imports from the US and other countries. Because export-industry jobs usually require more valuable skills, and thus pay more than jobs in industries that compete with imports, the additional exports generated by imports create better jobs overall. Read more...

Angesichts der protektionistischen Pläne Trump's eine lehrreiche Meinung von Anne Krueger, ehemals Chefökonom der Weltbank und stellvertretende Generaldirektorin des IWF

Understanding the global role of the US economy
(voxeu.org) A growth surge in the world’s largest economy could provide a significant boost to global activity. In contrast, uncertainty about the direction of US policies could have the opposite effect. This column investigates spillover channels linking the US and the global economy. An acceleration in US growth would have positive effects for the rest of the world if not counterbalanced by increased trade barriers. However, policy uncertainty could hamper global growth, and could have particularly bad effects on investment growth in emerging and developing economies. Read more...

Reichlich Lesestoff!
 
A Trumpian Snapshot of America - The Art of the Trumpaclysm
(tom dispatch.com) It’s been epic! A cast of thousands! (Hundreds? Tens?) A spectacular production that, five weeks after opening on every screen of any sort in America (and possibly the world), shows no sign of ending. What a hit it's been! It’s driving people back to newspapers (online, if not in print) and ensuring that our everyday companions, the 24/7 cable news shows, never lack for “breaking news” or audiences. It’s a smash in both the Hollywood and car accident sense of the term, a phenomenon the likes of which we’ve simply never experienced. Think of Nero fiddling while Rome burned and the cameras rolled. It’s proved, in every way, to be a giant leak. A faucet. A spigot. An absolute flood of non-news, quarter-news, half-news, crazed news, fake news, and over-the-top actual news.
And you know exactly what -- and whom -- I’m talking about.  No need to explain.  I mean, you tell me: What doesn’t it have?  Its lead actor is the closest we’ve come in our nation's capital to an action figure.  Think of him as the Mar-a-Lego version of Batman and the Joker rolled into one, a president who, as he told us at a news conference recently, is “the least anti-Semitic person that you've ever seen in your entire life” and the “least racist person” as well.  As report after report indicates, he attacks, lashes out, mocks, tweets, pummels, charges, and complains, showering calumny on others even as he praises his achievements without surcease.  Think of him as the towering inferno of twenty-first-century American politics or a modern Godzilla eternally emerging from New York harbor. Read more...

Trump kündigt massive Erhöhung des Verteidigungsetats an
(spiegel.de) "Wir müssen wieder Kriege gewinnen": US-Präsident Donald Trump will die Verteidigungsausgaben um 54 Milliarden Dollar anheben - ein Plus von zehn Prozent. Andere Ministerien müssen mit Kürzungen rechnen. Mehr...
 
Wahnsinn!

"Trump's View"

So, das war's für heute!